„Ist Erfüllung
eine Sekte?"
Uns ist bewusst, dass wir von außen kritisch betrachtet werden. Diese Aufmerksamkeit halten wir für berechtigt. Deshalb legen wir hier offen dar, wofür wir stehen — und wofür nicht.
Vielleicht liest du das, weil ein Mensch, der dir wichtig ist, zu uns gehört — und du dir Sorgen machst. Diese Sorge ist verständlich, und wir nehmen sie ernst. Lies gern selbst nach, wie wir arbeiten, wer Verantwortung trägt und was wir ausdrücklich nicht tun. Du musst uns nichts glauben; prüf es.
Die Religion Erfüllung versteht sich als offene Gemeinschaft. Unser Anliegen ist es, Menschen auf ihrem persönlichen Weg zu Gott, dem Vater Raum für Sinn, Entwicklung und Verbundenheit zu eröffnen.
Dies ist ein Überblick über unsere Haltung und Struktur. Weiter unten gehen wir ausführlicher auf die einzelnen Punkte ein — für alle, die sich intensiver damit beschäftigen möchten.
Acht Zusagen
Freiwilligkeit und Selbstbestimmung
Die Teilnahme an unseren Angeboten ist freiwillig. Jeder entscheidet eigenständig, ob und in welchem Maß er sich einbringt. Eine Beendigung ist jederzeit möglich und wird respektiert — es entstehen daraus keine sozialen oder geistlichen Nachteile.
Offenheit für Kritik
Kritische Rückmeldungen und unterschiedliche Sichtweisen dürfen geäußert werden. Jeder kann eigene Gedanken und Überzeugungen haben, ohne sich anpassen zu müssen. Wir setzen keine Zustimmung zu bestimmten Überzeugungen voraus.
Beziehungen und Alltag
Wir respektieren bestehende Beziehungen, familiäre Bindungen und individuelle Lebenswege. Niemand wird dazu aufgefordert, Kontakte zu Familie oder Freunden einzuschränken oder abzubrechen.
Leitung und Verantwortung
Unser Religionsgeber ist Fuat. An seiner Seite stehen die geistliche Familie und die Gefährten. Diese Struktur dient der Orientierung und dem Zusammenhalt — nicht dazu, Menschen voneinander abzugrenzen oder einzelne über andere zu stellen.
Geld und Ressourcen
Für die Teilnahme fallen keine Kosten an. Alle Angebote sind kostenfrei. Der Zugang zu Austausch, Gemeinschaft, Messe und geistlichen Inhalten soll nicht von Geld oder finanziellen Beiträgen abhängig sein.
Keine Heilsversprechen
Wir geben keine Garantien für Heilung, Erleuchtung oder Erlösung und beanspruchen keine Überlegenheit gegenüber anderen Glaubensrichtungen. Unsere Angebote sind eine Einladung, kein Anspruch auf die einzige Wahrheit.
Achtsamer Umgang
Bei persönlichen oder gesundheitlichen Herausforderungen ersetzen unsere Angebote keine medizinische, psychologische oder therapeutische Unterstützung. Es gibt keine versteckten Erwartungen an Engagement, Zeit oder persönliche Entscheidungen.
Unser Selbstverständnis
Wir verstehen uns nicht als Institution, die über Menschen bestimmt. Unsere Religion kann Impulse geben und als Wegweiser dienen, wenn das gewünscht ist. Freiheit, Eigenverantwortung und die Würde jedes Einzelnen stehen im Mittelpunkt.
Wir sind nicht alle gleich, aber wir sind alle gleich wert.
Weder Fuat noch die geistliche Familie oder die Gefährten haben einen höheren Wert als irgendein anderer. Eine Aufgabe oder Verantwortung innerhalb der Gemeinschaft verändert niemals den Wert eines Menschen.
Rollen und Verantwortung
Der Religionsgeber
Unser Religionsgeber ist Fuat. Als geistliches Oberhaupt trägt er die Verantwortung für die inhaltliche Ausrichtung sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Religion Erfüllung.
Geistliche Familie und Gefährten
An seiner Seite steht ein enger Kreis von Menschen, den er als seine geistliche Familie bezeichnet. Darüber hinaus gibt es die Gefährten, die ebenfalls zu den Begleitern zählen. Ihre Aufgabe ist es, Impulse zu geben, Erfahrungen zu ermöglichen und die Gemeinschaft zu begleiten — ohne dabei die Eigenverantwortung des Einzelnen zu ersetzen.
Diese Zugehörigkeit kann nicht durch eigene Entscheidung, Anstrengung oder Entwicklung erlangt werden. Wir sind davon überzeugt, dass Gott, der Vater, Menschen für diesen Weg beruft; innerhalb unserer Gemeinschaft wird diese Berufung durch Fuat ausgesprochen. Das entspricht unserer persönlichen Glaubensüberzeugung und erhebt keinen Anspruch darauf, dass andere sie teilen.
Was von ihnen erwartet wird
Wir erwarten, dass sie den geistlichen Weg selbst aktiv leben, die Verbindung zu Gott, dem Vater vertiefen und sich persönlich sowie geistlich weiterentwickeln. Durch ihren gelebten Glauben sollen sie als Vorbild dienen und andere ermutigen — ohne Druck auszuüben oder Ansprüche an sie zu stellen.
Kann oder möchte jemand diesen Erwartungen nicht mehr entsprechen, hat das keine geistlichen oder persönlichen Nachteile zur Folge. Die Zugehörigkeit kann jederzeit aus eigenem Wunsch beendet werden — unabhängig davon, wie lange jemand diesen Weg gegangen ist. Die Tür zur Religion Erfüllung bleibt jederzeit offen.
Die Zugehörigkeit zur Religion Erfüllung ist nicht an die geistliche Familie oder die Gefährten gebunden, sondern an die freie Entscheidung jedes Einzelnen.
Die 16 Merkmale — Punkt für Punkt
Fachstellen und die Enquete-Kommission nennen prägnante Merkmale als typische Warnsignale für problematische Gruppierungen. Wir haben jedes einzelne aufgeführt — und daneben unsere Sicht darauf.
Eine Einzelperson und/oder Elite beansprucht absolute Autorität.
In der Religion Erfüllung gibt es mit Fuat eine religiöse Bezugsperson. Er wird in der Religion als der Gesandte Gottes verstanden und übernimmt überwiegend die geistliche Leitung sowie die Vermittlung religiöser Inhalte. Damit nimmt er innerhalb der Religion Erfüllung eine besondere Stellung ein.
Eine solche Rolle ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich, da auch andere Religionen oder geistliche Gemeinschaften Personen haben, die Orientierung geben und Ansprechpartner für Glaubensfragen sind. Entscheidend ist, wie mit dieser Stellung umgegangen wird und ob weiterhin Raum für eigene Entscheidungen, persönliche Meinungen und kritische Fragen besteht.
Weiterhin gibt es einen engeren Kreis, den Fuat seine geistliche Familie nennt, sowie die Gefährten. Dadurch kann nach außen der Eindruck eines inneren Kreises entstehen. Diese Unterschiede entstehen aus Verantwortung und übernommenen Aufgaben — nicht aus einem Anspruch auf Überlegenheit oder Unfehlbarkeit.
Nur diese Gruppe besitzt angeblich die einzige Wahrheit oder den Weg zur Rettung.
Wir erheben keinen Exklusivitätsanspruch. Die Religion Erfüllung versteht sich nicht als die einzige Wahrheit oder als alleiniger Weg zur Rettung. Jeder hat seinen eigenen Weg und seinen freien Willen.
Gleichzeitig sind wir aus unserer Glaubensüberzeugung davon überzeugt, dass Gott, der Vater, sein aktuelles Wort durch Fuat offenbart. Deshalb erleben wir diesen Weg für uns als den unmittelbarsten. Uns ist bewusst, dass Menschen anderer Religionen oder Weltanschauungen dies anders sehen. Diese Überzeugung ist Ausdruck unseres Glaubens — wir beanspruchen nicht, dass sie von anderen geteilt wird.
Eigenverantwortung ist einer unserer grundlegenden Werte. Es gibt kein Muss und keinen Zwang. Wer unsere Angebote nicht nutzt, erfährt dadurch keinerlei Nachteile.
Mitglieder fühlen sich als Erwählte den Außenstehenden überlegen.
Fuat nimmt als geistliches Oberhaupt eine besondere Rolle ein. Diese Rolle verstehen wir nicht als Ausdruck einer höheren Wertigkeit, sondern als eine Aufgabe mit besonderer Verantwortung.
Uns ist bewusst, dass Begriffe wie berufen von außen kritisch betrachtet werden können. Deshalb achten wir bewusst darauf, dass daraus kein Gefühl der Überlegenheit gegenüber anderen entsteht.
Wir sind davon überzeugt, dass jeder den gleichen Wert besitzt — unabhängig davon, wie weit jemand auf seinem Weg ist, welchen Hintergrund er mitbringt, ob jemand arm oder reich ist. Wir sind nicht alle gleich, aber wir sind alle gleich wert.
Die Welt wird strikt in Gut (wir) und Böse (die Welt draußen) unterteilt.
Personen außerhalb der Religion werden nicht als schlecht, verloren oder als Gegner angesehen. Ebenso wird die eigene Religion nicht pauschal als der einzig gute Weg dargestellt.
Gleichzeitig besitzt die Religion Erfüllung, wie andere geistliche Wege auch, eigene Glaubensvorstellungen und Sichtweisen. Diese Unterschiede sollen nicht dazu führen, andere Menschen abzuwerten oder in starre Kategorien von gut und böse einzuordnen.
Innerhalb der Religion wird Wert darauf gelegt, dass man eigene Gedanken, Fragen und Sichtweisen behalten kann und unterschiedliche Meinungen nicht automatisch als etwas Negatives gelten.
Der Kontakt zu Familie und alten Freunden wird als schädlich dargestellt und schleichend unterbunden.
Es findet keine Isolierung statt. Niemand wird dazu aufgefordert oder gezwungen, den Kontakt zu Familie oder Freunden abzubrechen.
Jede Person entscheidet frei, mit wem sie sich umgibt und welchen Weg sie geht. Auch die Zugehörigkeit zur Religion Erfüllung erfolgt ausschließlich aus freiem Willen und ohne Zwang.
Fragen oder Zweifel werden als mangelnde Reife, negativer Spirit oder Verrat gewertet.
Bei uns gibt es kein Kritikverbot. Fragen und Zweifel sind ein natürlicher Teil der persönlichen Entwicklung und werden nicht als mangelnde Reife bewertet.
Im Gegenteil: Der Kern unserer Religion ist Entwicklung. Deshalb sehen wir Offenheit, Nachfragen und auch kritisches Denken als Grundlage dafür an, dass jeder wachsen und seinen eigenen Weg finden kann.
Uns ist bewusst, dass Gemeinschaften mit einer engen Verbindung zu ihrem Glauben von außen kritisch betrachtet werden. Deshalb halten wir es für wichtig, dass Fragen und Zweifel offen angesprochen werden können, ohne dass jemand dadurch abgewertet oder unter Druck gesetzt wird.
Neueinsteiger werden mit übermäßiger Zuwendung überschüttet, um emotionale Abhängigkeit zu schaffen.
Bei uns wird niemand mit übermäßiger Zuwendung behandelt, um emotionale Abhängigkeit zu schaffen. Jeder wird gleich behandelt, unabhängig davon, ob er neu ist oder schon länger Teil der Religion Erfüllung ist.
Alle haben den gleichen Wert. Es gibt keine bevorzugte oder besondere Behandlung einzelner.
Gehorsam wird durch die Angst vor spirituellem Unheil oder dem Ausschluss aus der Gemeinschaft gesichert.
Es wird niemand durch Angst oder Schuld gehalten. Jeder entscheidet freiwillig, Teil der Religion Erfüllung zu sein — dazu gehört auch die Entscheidung, ob er Fuat als geistliches Oberhaupt anerkennt oder diesen Glauben für sich nicht annimmt.
Es gibt keinen Druck zu bleiben und keine Angst vor Konsequenzen, wenn jemand geht.
Eine Besonderheit besteht bei der geistlichen Familie und den Gefährten. In Einzelfällen kann die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen beendet werden, wenn die Voraussetzungen für die Aufgabe nicht mehr gegeben sind. Das betrifft ausschließlich diese Aufgabe, nicht die Zugehörigkeit zur Religion Erfüllung — und ist mit keinerlei geistlichen oder persönlichen Nachteilen verbunden.
Es gibt hohen Druck für Spenden, teure Kurse oder den Verzicht auf Privatbesitz.
Bei uns gibt es keinen finanziellen Druck. Es werden keine verpflichtenden Spenden verlangt, keine teuren Kurse angeboten und es wird kein Verzicht auf Privatbesitz gefordert.
Alle Angebote der Religion Erfüllung sind kostenlos und für jeden frei zugänglich. Die Teilnahme ist freiwillig und nicht an finanzielle Leistungen gebunden.
Uns ist bewusst, dass finanzielle Abhängigkeiten in religiösen Gemeinschaften kritisch gesehen werden. Deshalb achten wir darauf, dass niemand das Gefühl haben muss, zahlen zu müssen, um dazuzugehören oder geistlich angenommen zu werden.
Die Gruppe beansprucht fast die gesamte Freizeit, sodass kein Raum für Reflexion bleibt.
Es gibt keine zeitliche Vereinnahmung. Niemand bestimmt über die Zeit eines anderen. Jede Person entscheidet selbst, wie viel Zeit sie in ihren Weg, ihren Glauben oder die Religion Erfüllung investieren möchte.
Jeder ist herzlich eingeladen, sonntags um 10:00 Uhr am Menschen- oder Gottesdienst teilzunehmen. Wir legen das den Menschen ans Herz, weil es die Entwicklung des eigenen Bewusstseins unterstützen kann. Die Teilnahme bleibt freiwillig und wird weder erwartet noch vorausgesetzt. Niemand erfährt Nachteile, wenn er nicht teilnimmt.
Begriffe werden umgedeutet oder neue Vokabeln erfunden, um die Gruppe nach außen abzuschotten.
Bei uns gibt es keine eigene Sprache oder neu erfundene Begriffe. Wir verwenden die üblichen, umgangssprachlichen Wörter.
Einige Begriffe verstehen wir jedoch anders als andere Glaubensrichtungen — etwa unsere Sicht auf die göttliche Hierarchie. Diese Unterschiede ergeben sich aus unserem Glaubensverständnis und dienen nicht der Abschottung nach außen.
Es gibt außerdem eine freiwillige Haltung im Umgang miteinander: Wir vermeiden es, anderen etwas zu wünschen, zu hoffen oder zu wollen, da wir glauben, dass dadurch der Weg eines anderen beeinflusst werden kann. Das ist kein Zwang, sondern eine Empfehlung aus Respekt vor dem individuellen Weg.
Überwachung der Ernährung, der Sexualität, des Schlafes oder der Informationsquellen (Medienverbot).
Es gibt keine Kontrolle über persönliche Lebensbereiche. Ernährung, Sexualität, Schlaf oder Mediennutzung sind freie Entscheidungen jedes Einzelnen.
Jeder ist von Gott, dem Vater, geliebt, unabhängig von seiner Lebensweise. Da das Leben von Mensch und Tier bei uns als höchstes Gut gilt, wird eine bewusste und verantwortungsvolle Lebensweise empfohlen — wie das umgesetzt wird, entscheidet jeder für sich und ohne Zwang.
Eine Ausnahme besteht innerhalb der geistlichen Familie: Personen, die nicht bereits als Paar aufgenommen wurden, verpflichten sich, innerhalb der geistlichen Familie keine romantischen Beziehungen einzugehen. Ein Verstoß führt zum Ausschluss aus der geistlichen Familie — nicht aus der Religion. Er bedeutet keine Bestrafung und keine Abwertung; die betroffene Person kann weiterhin am Menschen- und Gottesdienst teilnehmen und alle Angebote wahrnehmen.
Zweifel werden durch Gebete, Mantras oder festgelegte Floskeln sofort unterdrückt.
Zweifel werden nicht unterdrückt, sondern als wesentlicher Bestandteil der persönlichen und geistlichen Entwicklung angesehen. Wer seine Zweifel verdrängt, nimmt sich die Möglichkeit zu wachsen. Deshalb sollen Zweifel gesehen, ausgesprochen und ehrlich betrachtet werden.
Das Fundament der Religion Erfüllung besteht aus drei Säulen: der Ego-Heilung, dem Glauben und der Hingabe sowie dem Erleben. Gerade weil die erste Säule die Ego-Heilung ist, haben Zweifel einen wichtigen Platz: Sie helfen, die eigenen Prägungen und zugrunde liegenden Erlebnisse zu erkennen.
Gebete und die Teilnahme am Menschen- und Gottesdienst können dabei unterstützen, mit Zweifeln umzugehen. Sie dienen nicht dazu, Zweifel zum Schweigen zu bringen.
Wer geht, verliert alles (Freunde, Familie) und wird oft psychisch massiv unter Druck gesetzt.
Ein Verlassen der Religion ist jederzeit möglich. Niemand wird aufgehalten, unter Druck gesetzt oder mit Angst konfrontiert.
Wer bleiben möchte, ist herzlich eingeladen, und wer gehen möchte, kann dies frei entscheiden. Es gibt keine Drohungen mit Bestrafung oder negativen spirituellen Konsequenzen, um zum Bleiben zu bewegen.
Die wahren Ziele und Strukturen der Gruppe werden erst nach und nach (bei „höherer Einweihung") offenbart.
Die Ziele und Strukturen sind von Anfang an transparent.
Das Ziel der Religion Erfüllung ist das Wachstum jedes Einzelnen: Gott, dem Vater näher zu kommen, den eigenen Weg zu gehen, sich selbst zu erkennen und in den göttlichen Qualitäten von Licht, Liebe, Frieden und Sein zu wachsen — sowie Hass in sich zu erkennen und loszulassen.
Die Gruppe verkündet ein drohendes Unheil oder den Weltuntergang und stellt sich selbst als einzigen Weg zur Rettung dar.
Unsere Religion verkündet weder einen bevorstehenden Weltuntergang, noch lehrt sie, dass bei Nichtbefolgung ihrer Glaubenslehren oder Gebete Verdammnis, Hölle oder anderes Unheil zu erwarten ist.
Ebenso wird nicht vermittelt, dass die Zugehörigkeit zu unserer Religion die einzige Möglichkeit zur Rettung, Erlösung oder zu einem erfüllten Leben darstellt. Die Entscheidung, den Glauben anzunehmen oder einen anderen Weg zu gehen, wird als persönliche Angelegenheit des Einzelnen betrachtet.
Die Handlungen im Menschen- und Gottesdienst
Manche Gesten wirken von außen ungewohnt. Deshalb erklären wir sie. Es geht nicht darum, blind Dinge nachzumachen oder aus Gehorsam zu handeln — sondern darum, dass jeder aus dem Herzen heraus fühlt und handelt.
Fuat stellt sich dabei nicht über den Einzelnen, sondern begegnet jedem auf Augenhöhe. Er versteht sich als Diener der Menschen — und als Teppich, auf dem jeder Einzelne auf seinem Weg zu Gott, dem Vater gehen kann.
Warum wir aufstehen
Wir stehen auf, um Gott, dem Vater, den Thronen, den Seraphim und den himmlischen Wesen unseren Respekt und unsere Demut entgegenzubringen — ein sichtbarer Ausdruck der Bereitschaft, ihnen in Ehrfurcht und Offenheit zu begegnen.
Warum wir knien oder uns niederlegen
Wir knien nicht, weil es von uns verlangt wird, und nicht, weil wir sonst bestraft würden. Wir knien, weil wir es möchten und weil wir verstehen, warum wir es tun. Werden die Throne und Seraphim eingeladen, gehen wir auf ein Knie, senken das Haupt und halten die rechte Hand auf den Boden. Sie werden von uns nicht angebetet — wir begegnen ihnen mit Achtung und Dankbarkeit.
Warum die rechte Hand auf dem Herzen liegt
Nach unserem Glaubensverständnis hat Gott, der Vater, den Menschen zunächst im Bewusstsein erschaffen und sich anschließend aus Liebe mit ihm verbunden — und diese Verbindung im Herzen des Menschen verankert. Die Geste richtet uns bewusst auf diese Verbindung aus.
Warum die rechte Hand zur Schulter gehoben wird
Nach unserem Glaubensverständnis trägt jeder Mensch einen goldenen Kern in sich, der für das Bewusstsein und die von Gott geschaffene Verbindung steht. Das Zentrum der Hand auf Höhe der rechten Schulter richtet sich auf diesen Kern aus. Dabei geht es nicht um Gefühle, sondern um die bewusste Ausrichtung.
Der goldene Kern
Stellt man sich den Körper wie ein Kreuz vor — eine senkrechte Linie vom Scheitel bis zu den Füßen, eine waagerechte durch die ausgestreckten Arme — liegt der goldene Kern genau dort, wo sich beide Linien treffen. Jeder Mensch besitzt ihn; er steht für das Bewusstsein, das Gott jedem Menschen gegeben hat, und wächst mit ihm. Er erinnert daran, dass jeder Mensch diese Verbindung in sich trägt — unabhängig von Herkunft, Glauben oder Lebensweg.
Für alle Gesten gilt: Die innere Haltung steht immer über der äußeren. Wer aus körperlichen Gründen nicht aufstehen, knien oder die Hand heben kann, bringt dieselbe Ehrfurcht im Herzen und im Geiste zum Ausdruck.
Nimm diese Erklärung mit
Wenn Gespräche im eigenen Umfeld schwer werden, hilft es manchmal, etwas Schriftliches in der Hand zu haben. Diese Erklärung darf weitergegeben werden — vollständig und unverändert.
Bleiben Fragen offen? Schreib uns — wir antworten ehrlich, auch auf unbequeme Fragen.