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II
Säule des Glaubens

Der Glaube und die Hingabe

„Wer kämpft, verliert. Eine Intuition ist niemals emotional — nicht im Hauch.“

Was Glaube bedeutet

In der zweiten Säule mache ich all die Dinge, die mit Glauben zu tun haben — ich werde fähiger, Dinge zu tun, die ich nur tun kann, wenn ich ins Glauben komme. Der Glaube drückt sich aus, ob ich den Vater schon gesehen, gefühlt, gerochen oder gehört habe oder nicht. Ich glaube, und dadurch vertraue ich. Ich kann dir nicht glauben, wenn ich dir nicht vertraue — ich vertraue dem Vater, obwohl ich ihn nicht gesehen habe.

Dadurch habe ich viele Optionen, die ich angehen kann. Die größte davon: intuitiv zu leben. Intuitives Leben ist pure Hingabe. Du übst Hingabe an den Vater und erklärst, wie ich, die Intuition zu seiner Leitung.

Intuition ist niemals Emotion

Extrem wichtig ist, ganz penibel zu unterscheiden lernen, was du dir eventuell als Intuition einbildest, das aber gar keine ist, sondern dein Ego, das sich als Emotion ausdrückt. So penibel, wie du bei einem Korn mit brauner Färbung unterscheidest, ob du es essen möchtest oder nicht — so penibel musst du lernen: Eine Intuition ist niemals emotional, nicht im Hauch.

Nur ein Trigger ist emotional. „Ich bin genervt“ ist kein Trigger, sondern eine aktuelle Situation ohne Vergangenheit. „Ich bin traurig“ muss auch kein Trigger sein, sondern eher Verarbeitung von Emotionen, die durch einen Trigger kommen. In der Intuition selbst findest du, wie auch immer du suchst, null Komma null Emotionen.

Ein Bauchgefühl ist keine Intuition — es kann Teil einer Ausdrucksweise einer Intuition sein, genauso gut aber Teil deiner Emotion. Wenn du bei „Soll ich das Eis essen oder nicht?“ sagst, du hättest es intuitiv gefühlt: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es gerade eine Emotion ist. Es kann auch ein intuitives Eisessen sein — aber die Wahrscheinlichkeit für Emotion ist meist größer.

Ich habe viele Menschen erlebt, die stolz sagten „Ich lebe intuitiv“ und damit meinten, dass sie angefangen haben, zu sich zu stehen, ihren eigenen Entscheidungen nachzugehen, statt sich von anderen herumkommandieren zu lassen. Diese Unterscheidung zwischen emotionalem und intuitivem Bauchgefühl existierte bei ihnen gar nicht.

Intuition ist zudem nicht nur ein Bauchgefühl — es kann ein Hals-, ein Brustgefühl, ein Gefühl um dich herum sein. Es ist eine komplexe Cluster-Information, wie eine moderne Festplatte: in einer Millisekunde ist sie da. Je mehr Kapazität frei wird und das Ego weicht, desto mehr von diesem ganzen Cluster kannst du checken — den ganzen Weg, den Ort, was da passieren wird.

Leitlinie: Wer kämpft, verliert

Eine Leitlinie in Harmonie mit deiner Hingabe: Wer kämpft, verliert. Spricht deine Intuition dagegen, musst du sie untersuchen — kann sie wirklich dagegen sprechen, wenn beides vom Vater kommt? Ist es nicht doch verstecktes Ego? Ich selbst habe einmal gekämpft, obwohl ich die Leitlinie kannte — gegen Satan, gefühlt um mein Leben. Später sah ich: Es war richtig, weil ich daraus gelernt habe. Ich hätte aber auch nicht daraus lernen können — im Endeffekt war es also auch nicht richtig. Aber alles, was nicht richtig ist, kann wieder zu etwas führen, was richtig ist, weil der Vater dich nicht aufgibt.

Das Navigationssystem berechnet sofort neu. Du gibst dich auf, nicht er. Wenn du die Leitlinie nicht befolgst, sagt der Vater nicht „Geh, du lumpiger Lump“ — deine Navigation und Intuition wird einfach neu organisiert, weil es kein Schicksal ist. Dein Weg ist nicht zu hundert Prozent vorbestimmt. Wäre er das, würde der Vater sich nur an einem Puppentheater amüsieren — keine Überraschung, keine Entwicklung möglich.

Der freie Wille ist das Wichtigste für Wachstum. Ohne freien Willen gibt es kein Wachstum, keine Möglichkeit, dass der Vater wächst, dass die Welt wächst. Deine freiwillige Entscheidung und Hingabe an den Vater ist essenziell für die gesamte Welt — sonst hätte der Vater einfach KI-Roboter gemacht.

Leitlinie: Akzeptieren und Loslassen

Eine zweite Leitlinie stützt die Hingabe: Akzeptieren und Loslassen. Du erkennst daran, dass du gerade nicht akzeptieren kannst, dass du an deinem freien Willen festhältst. Beispiel: Du willst auf eine Geburtstagsparty, glitzernd gekleidet, mit Mikrofon — obwohl dir der Vater längst achtzig Intuitionen gegeben hat, dass du eigentlich woanders sein solltest. Du ignorierst das. Auf dem Weg kommt eine Durchsage: Bremsstörung, steig um. Erstes Signal. Du steigst in den Bus — vor dir kippt jemand um, zweites Signal. Du läufst weiter — du knickst um.

Der Vater, der Heilige Geist und die Hilfsengel geben dir immer wieder Möglichkeiten, auf deinen Weg zu kommen. Ein Hilfsengel kann einer Person ein Herzinfarkt-Gefühl geben, ohne sie in Gefahr zu bringen, nur damit ein Bus anhält. Ich habe gesehen, wie ein Hilfsengel ein Plakat umwirft, damit jemand verzögert an sein — nicht des Vaters — Ziel kommt.

Wenn du solche Dinge erlebst: Bin ich gerade auf dem falschen Dampfer, versuche ich meinen Willen durchzusetzen, obwohl der Vater etwas anderes will? Ich akzeptiere, was mir gegeben wird, und lasse los, woran ich geklammert habe — zum Beispiel: „Ich muss Arzt sein, damit mein Vater endlich stolz auf mich ist“, während der Vater dich vielleicht als Bauarbeiter vorsieht, weil du dort beim Mörtelziehen eine Vision bekommst, die anderen zu Gott verhilft.

Freiwilliger Glaube statt Gehorsam

Säule eins und zwei zusammen bringen deine Entwicklung an deinem Ego in eine Sinnhaftigkeit, in einen Weg — sonst wäre Säule eins allein ein rein unreligiöser Zustand, mäßige Persönlichkeitsentwicklung. Die zweite Säule haben andere oft nicht als freiwilligen Glauben, sondern eher als Gehorsam: „Wenn ich nicht glaube, komme ich in die Hölle“ — das hat einen Gehorsamstouch. Bei uns hat der eigene Antrieb, zu glauben, zu gehen, zu vertrauen, eine andere Rolle: Ich glaube nicht, weil ich sonst bestraft oder nicht belohnt werde.

„Das Navigationssystem berechnet sofort neu. Du gibst dich auf, nicht er.“